Lyrik hinterm Anker                                                                   Erdacht von Bernd E. Lüders  

 

 

 

Segeln verändert 

             

 

Wind und Meer und Sonnenschein

ziehen mich weit hinaus;

mit diesen Urgewalten eins zu sein,

mein Wunsch fliegt weit voraus.

 

Brecher, Gischt und harter Sturm

fordern oftmals mich heraus;

mich in Demut zu begrenzen,

ist mein Ziel, ich fordere es heraus.

 

Grüne Küsten, Strände weiß und fein

neue Erlebnisse locken mich hinaus;

Abstand gewinnen, aufgeschlossen sein

ist mein Ziel, es fordert mich heraus.

 

Fremdheit erleben, tolerant zu sein,

Begegnungen entstehen oft daraus;

altes überwinden, von Pflichten sich befrei´n

nur Selbstbegrenzung schließt solches aus.

.

Sich selbst erkennen, sich anzunehmen

zwingt mich aus mir heraus;

erkennen und beherzigen,

mein Weg ergibt sich jetzt daraus.

 

Von Zwängen befreit, nur auf sich gestellt

deine eigene Freiheit läuft darauf hinaus;

wenn dieses auch dein fester Wille ist,

dann liegt unser Ziel klar voraus.

 

 

 

 

Freiheit

   

 

Es rauscht wie Freiheit. 

Es riecht nach Welt. –

unter uns See und Planken.

Rassige Segelyachten. – 

Ihre Begegnung uns erhellt

vertreibend all unsere trüben Gedanken.

 

Sie pflügen durch das freie Meer, 

unter ihrem Bauch nur Wellen,

über ihnen Mond und Sterne steh´n,

die ihren Weg erhellen. 

Zu ihnen schaue ich träumend gerne,

mit sehnsuchtsvollem Blick in freie, weite Ferne

 

Wie solch ein Schiff am Winde liegt, 

sich gleitend hin und wider wiegt,

mit strahlenden Segel in kraftvollen Wellen.

Hier spürt man die Freiheit die friedlich siegt,

schade, dass Seehunde nicht bellen.

 

Dass mancher Weg auch rückwärts führt, 

sollte man aus Erfahrung doch wissen.

Drum glücklich wer das Gefühl verspürt,

die Freiheit zu vermissen.

 

Wenn heftige Wetter lange düster grollen,

doch wer ohne überheblich sein zu wollen;

 trotz alldem zuversichtlich lächeln kann,

 der kennt seine Kraft als Fahrensmann

 

Sollen doch andere ihre Köpfe hängen lassen,

solange sie jedem willfährig sind.

Ich will unbedingt die prallen Segel brassen,

wenn es zwingend ist, auch gegen den Wind.

 

 

 

 

Das Boot

 

 

 

 

Unter einer Plane in Verhüllung,

liegt für Kenner die Erfüllung.

Gebaut aus Holz endlos lang und schmal,

aufgebockt auf hartem Stahl.

 

Kalt und feucht am Ufersaum,

geschützt nur durch ne´n rotten Zaun.

Unbeachtet, einsam und Verlassen,

hoch und trocken sonst in Wassermassen,

steht mein Schiff, mein Wunsch, mein Traum,

auf Deck gebunden Mast und Baum.

 

Den Segler drückt die schwere Last,

weil er ja weiß was er verpasst.

Er kann nur Listen und Pläne machen,

über schleifen, lackieren und solche Sachen.

Er kann auch wünschenswertes sich erdenken,

wer könn´t ihm neue Segel schenken.

 

Kann träumen von des Sommers Glück,

träumt sich und Schiff auf See zurück.

Träumt von Häfen, Küsten, kleinen Inseln,

das Unterwasserschiff muss er noch pinseln.

Er flickt die Kuchenbude, spleißt das Tau,

ansonsten alles öd und grau.

 

Sehnsüchtigen Herzens 

blickt er unter die Verhüllung,

und weiß, da steht mein Traum, 

steht die Erfüllung. 

Ach möge dieses Boot 

so hübsch und fein,

Mit mir, wie ich mit ihm 

zufrieden sein.

 

 

 

 

Einmalig

 

 

Seenebel liegt über des Ufer´s Saum,

Nachttau benetzt feucht das Deck.

versuche nicht hindurchzuschauen,

zu lauschen hat wirklichen Zweck.

 

Die Luft ist kalt, es weht kein Wind,

die Flagge hängt traurig und schlapp.

Ein Schweinswal beäugt unser Schiff,

bläst kurz und taucht wieder ab.

 

Gärblasen, blubbernd und zerplatzend

steigen aus des Schlammes Tiefe.

Um mich wirkt alles so elfenhaft, 

als ob diese Welt noch tief schliefe.

 

Morgenlicht bricht mit weichen Strahlen,

kann dieses Bild nicht zerstören.

Ich bewege mich einfach nicht,

dies sind die Momente, die nur mir gehören.

 

Für solche Augenblicke lebe ich,

so etwas kann man nirgends buchen.

Auch nicht für jede Menge Geld,

nach diesen Augenblicken,

kannst du nur selber suchen.

 

Was sind wahre Freuden unserer Welt?

Ist es das schnelle konsumieren?

Ich denke, währe es wirklich nur das Geld,

wir würden alles und uns selbst verlieren.

 

Intime Stimmungen zu erleben,

dazu mit Freunden etwas trinken,

dieses sind Momente für die wir leben,

in solche sollte man versinken.

 

 

 

 

Spaß mit Gleichgesinnten

 

     

 

Winterwetter, Hallenzeit,

Fristenheft liegt stet´s bereit.

Schiff und Mast sind aufgepallt,

durch die Halle zieht es kalt.

Arbeitsplanung sehr gewagt

Freunde ha´m gleich abgesagt.

 

Also, alleine schleifen, vorn und hinten

Spaß macht´s nur mit Gleichgesinnten.

 

Die Familie kommt auch nur zum gaffen

will nicht mit mir gemeinsam schaffen.

Zieheisen, Schleifpapier und Messerklingen,

Schleifer schnell zum Schwingen bringen.

Antifouling, Rost und alte Farben,

meine Hände ha´m schon Narben.

 

Also alleine schleifen, vorn und hinten,

Spaß macht´s nur mit Gleichgesinnten.

 

Holzspäne und Staub vom Schleifen

keiner will den Spass begreifen.

Ich hab mich Abziehen oft geschnitten,

auch hat meine Lunge stark gelitten.

Zu helfen wert sich jeder stur und zäh,

aber meinen Glühpunsch saufen,

ich werd verrückt wenn ich das seh.

 

Also alleine schleifen, vorn und hinten

Spaß macht´s nur mit Gleichgesinnten.

 

Das Deck zu lang und viel zu viele Luken.

Hustenkrampf und Augenjucken,

Antifouling, schwarz und giftig rundherum,

Wasserpass zu hoch, und auch noch krumm.

Klebeband reißt ein und klebt wo es nicht soll,

dort sitz es bombenfest und klebt ganz toll.

 

        

Schleifen, ziehen, brennen; vorn und hinten

Spaß macht´s nur mit Gleichgesinnten

 

        

Der Pinsel haart, Farbrollen klemmen,

Farbläufer sind nicht einzudämmen.

Eines ist bei Frost gut hinzukriegen,

im frischen Lack gibts keine Fliegen.

Der Lack nicht trocken, er bleibt offen,

hätt´ ich mich einfach doch besoffen.

 

       

Ärger überall,  Farbkleckse vorn und hinten

Spass macht´s nur mit Gleichgesinnten.

 

                      

Arbeitskollegen, Kinder, Freunde, Ehefrauen,

sollten zur Zeit nicht  auf mich bauen.

Der Winter geht, das Frühjahr schon in späh,

das Eis ist fort es lockt die See.

Von harter Arbeit bin ich fast schon frei

selbst beste Freunde kommen jetzt vorbei.

 

Sie fragen, na sieht man dich auch mal wieder,

ich reck mich, Streck die schweren Glieder.

Vergessen ist der Frust, die Sorgen,

die Zuversicht denkt nur an morgen.

Morgen ist ein Tag da nahm ich mir die Zeit,

spaziere mit Hund und Frau gern meilenweit.

 

       

Krieg Blasen an den Füssen vorn und hinten,

auch das macht Spass mit Gleichgesinnten.

 

 

 

 

Die Lösung ist Toleranz   

     

 

     Der Winter lang, die Tage kalt, 

   wer geht schon gern hinaus,

   Bootsarbeit die jetzt dringlich ist, 

   die macht man gern zu Haus.

 

   Ein Mann, ein Boot viel Zeit versenkt, 

   für ihn ist das normal,

   sein Hobby im schönen Haus zu pflegen,  

   für Frauen eine Qual.

 

   Er staubt, er lärmt spät in der Nacht, 

   es ist oft sehr vertrackt,

   Verdünnung Hals und Nase reizt, 

   im Keller wird gelackt. 

 

   Solch Kellerplatz ist schon perfekt, 

   man spart hier endlos Zeit,

   die Lieben müssen es ertragen, 

   wir teilen Freud und Leid.

 

    Ja öfter macht man kleine Flecken, 

    bringt Staub und Farbe mit hinein,

    es ist nicht schön, sieht blöde aus, 

    man kann auch mal verzeih´n ?

 

    Farbspritzer sind fast überall, 

    die Gattin schwer gestresst,

    was nicht raus ging, war Epoxyd, 

    das Zeug sitzt bombenfest.

 

    Hölzer top gepinselt, 

    der Lack glänzt superfein,

    sie öffnet schwungvoll seine Tür, 

    es staubt ganz mächtig rein.

 

    Er fleht sie an um Rücksichtnahme, 

    im Falle solchen Falles,

    wieso sorgt er sich nicht um mich, 

    für´s Boot da tut er alles.

 

    Harte Mühe war´s gewesen, 

    eine Frau wird´s nie versteh`n,

    müsste sie das alles machen, 

    würde sie es anders sehn.

 

    Oder war es einfach Rache, 

    war sie wütend und verletzt,

    hatte er ihr gegenüber 

    Prioritäten falsch gesetzt?

 

       Ich mach es alles doch für sie, 

   so denkt er ganz banal,

   wann und wie ich alles schaffe 

   scheint letztlich ihr egal.

 

   In ihm aufkeimt die Einsicht, 

   er drückt die Wogen glatt.

   Er geht fein mit ihr Essen, 

   beim besten Döner in der Stadt.

 

   Er ist ganz nett und lieb zu ihr, 

   das ist so seine Art,

   und eine allerbeste Lösung 

   die hat er auch parat.

 

   „Wir lacken jetzt gemeinsam, 

   ich binde dich mit ein,

   wir teilen Leid und Freude, 

   Glück gibt es nur zu zwein.

 

 

 

 

alles ist möglich …

 

 

 

Im Leben gibt es manchmal die Gelegenheit,

frei zu segeln ohne Raum und Zeit.

Über Ländergrenzen Menschen zu verbinden,

neue Freunde und Verlässlichkeit zu finden.

 

Oft ist es der Zufall der solches lenkt,

meist geschieht es wenn man nicht dran denkt.

Verstehen und Harmony kann man nicht zwingen,

jedoch Verständnis, sollte man sich entgegen bringen.

 

Wenn Freundschaft einem dann begegnet,

ist man vom größten Glück gesegnet.

Sie nicht wieder zu verlieren ist oft schwer,

denn wahre Freundschaft fordert vieles mehr.

 

Echte Freundschaft ist ein altvertrautes Wertsystem!

Keine Freunde haben ist einfacher und recht bequem.

Man muss sich nicht verbiegen, nicht zu verrenken,    

es ist weniger mühsam nur an sich selbst zu denken.

 

Oftmals waren Menschen für lange Zeit allein,

sie suchten Freunde, wollen selber gute Freunde sein.

Verschließe dich nicht, sein frei sie einzubinden,

es ist deine Chance Freundschaft heut zu finden.

 

Gottvertrauen gibt dir diese Chance,   

frei zu segeln ohne Raum und Zeit,

tue es mit deinen besten Freunden, 

nutzet einfach die Gelegenheit.

 

 

 

 

 

Freunde …

                        

 

Wie wohl ist dem, der dann und wann

für sich noch Freunde haben kann.

Der Mensch, umgänglich und gescheit,

bemerkte schon vor langer Zeit,

dass Ihm hienieden allerlei,

die Einsamkeit zuwider sei.

 

Gar mancher lebt für sich allein einher,

oft fühlt er sich dann öd und leer.

Für manchen hat das Wandern seinen Reiz,

für andere nur das Segeln …    anderseits,

gibt es dann kaum Verdrießlichkeiten,

worüber wollte man sich streiten?

 

Die Sorge wo man noch Gesellschaft findet,

beim Segeln stets ganz unbegründet.

Kommt einer und fragt: „Wie wird es gehen?“

„Ganz gut, solange noch die Segel stehen.“

Auch hier der echte Segler lacht vergnüglich

Und gibt zur Antwort: „Ganz vorzüglich!“

 

Der Mensch ist manchmal kummervoll

und weiß nicht recht, was er so soll.

 

Nicht doch so der Segler …, dem gefällt

die Spannung und Überraschung unserer Welt.

Er empfindet Riesenfreude an dem Leben,

Teilt jeden Spass, hat viel zu geben.

 

Segler wünschen sich reichlich guten Wind,

man, bin ich froh das Segler gute Freunde sind.

 

 

 

Der Möwerich …

 

 

 

 

einsam sitzend auf ner Stange,

sinniert n´ Möwerich schon recht lange.

Ein Leben ist langweilig nur so als Möwe 

viel lieber wäre er ein wilder Löwe.

 

Voller Frust stiehlt er den Touristen

nun ihr Eis, 

die lachen fröhlich, freuen sich tierisch,

und kriegen dann, der Möwe Schei … .

 

 

 

Die Möwin

 

 

 

 

Ne´ Möwin sitz auf ihrer Stange, 

nur die sitzt dort nicht endlos lange.

Sie schwingt sich auf, zieht ihre Bahn,

hinaus zum weiten Ozean.

 

Sie segelt elegant und sehr behende,

und freut sich auf des Winters Ende.

Hör auf die Möwen, wie die´s machen,

hör ihnen zu bei ihrem Lachen.

 

Es ist erstaunlich wie hell es schallt,

sie ahnen, es wird Sommer bald.

Sie schau´n in jeden kleinen Krater,

suchen ne´n Nestplatz und ne´n Vater.

 

Ihre Aufgabe ist jetzt das Eierlegen,

und danach die  Brut zu pflegen.

Damit im Sommer, der ist schon bald,

noch mehr Gelächter zu uns rüber schallt.

 

Ja Möwen machen gerne solche Sachen,

wir sollten glücklich sein, mit ihn lachen.

Wir sollten nie mehr Möweneier essen,

und der Möwen Lachen nie vergessen.

 

Wenn wir das Dasein anderer verstehen,

wird es uns selber besser gehen.

Ängstigen wir uns, es ginge uns schlecht,

bedenken wir die anderen,

bedenken wir auch deren Lebensrecht.

 

 

 

 

Regatta-Sport

 

 

Selbst der schönste Sport hat feste Regeln,

nicht nur der Fussball, sondern auch das Segeln.

 

Will man dann auch noch Regatten segeln,

gibt es ganz besondere Wettfahrt-Regeln.

Vorfahrt, Taktik, Strategie, das Feld ist weit,

all dieses zu studieren kostet endlos Zeit.

 

Möchte einer gern Regatten segeln, 

ohne Kenntnis all der komplizierten Regeln.

Braucht er nur als erster starten

und ganz einfach deutlich schneller segeln.

 

Alle anderen ganz einfach hinter sich lassen

dann wird´s schon an jeder Tonne passen.

Ist es zu kompliziert, die Anstrengung zu schwer,

dann starte etwas später und segele lässig hinterher.

 

Ob vorn oder hinten wie immer auch geschehen,

respektierlich und verwegen ist es anzusehen.

Man mischt doch mit, ist einfach voll dabei

ein großer Teil ist Spass, alles andere ist einerlei.

 

Nach den Regatten, später dann am Tresen,

war es ein knallhartes Rennen doch gewesen.

Auf der Bahn da draußen, da war richtig Krieg,

der trotzdem als schöne Erinnerung bleibt,  

denn jeder hatte hier seinen eignen Sieg.

 

 

 

 

 

Urlaubsfreuden

 

 

Es regnet wieder, alles ist pitschnass,

da findet man kein Segelspass.

 

Faullenzen, sonnen, segeln und baden,

im Urlaub möchte man so was haben.

Statt wie saufend nur an Bord zu sitzen,

um den Schnaps dann auszuschwitzen.

Das fällt im Urlaub allen Frauen schwer,

für so was fahren sie nicht an´s Meer.

 

Der Himmel grau, die Sonne blass,

selbst Shoppen macht da keinen Spass.

Da kann man gleich getrost zu Hause bleiben,

und Urlaubsgrüße aus der Heimat schreiben.

 

 

Wenn schon segeln, dann bitte unbeschwert.

Verregnet ist es doch das Geld nicht wert.

Tolles Wetter wird gern positiv verwertet,

endloses Sonnenbaden deutlich überbewertet.

 

Entscheidend ist doch die Zufriedenheit,

um das zu erreichen, nimmt man Urlaubszeit. 

Dem männlichen Segler geht es niemals schlecht,

ihm ist angeblich jedes Wetter recht.

 

 

Wünscht er Sonnenschein und himmelblau,

wünscht er es für Kind und Frau.

Faullenzen, sonnen, schlafen, baden,

im Urlaub möchte sie einfach alles haben.

 

 

 

Heimatland …

 

 

 

 

 

                  Seealgen, Muscheln, grober Sand,

Wind und Wasser, weißer Strand.

Schroffe Kreidefelsen, steile Abbruchkant,

Hügel, Wiesen, blaues Himmelsband.

 

Überfluss und Kargheit 

beides ich hier fand.

Verlässlichkeit und Treue 

sind der Menschen Stand.

Empfindungen und Gefühle,

niemals nur Verstand.

Stolz und Zufriedenheit mich binden,

Hier lebe ich im Heimatland

 

Anonyme Städte, 

beklemmende Enge, 

vielfach Unverstand,

Mein Herz schlägt freudig rasend,

kehr ich zurück in´s Heimatland.

 

 

 

 

 

Es gibt nichts schöneres als …

 

 

 

Erfüllend unter Segeln in den Abend zu gleiten,

ein Boot mit Sorgfalt vorzubereiten.

Das Schiff, die Segel zu kontrollieren,

die Instrumente und Anzeigen zu kallibrieren.

Den Kurs festlegen und das Logbuch zu führen,

das Wetter beachtend, Vorfreude zu spüren.

 

Mit stolzem Gefühl im Cockpit zu stehen, 

barfuß über ein altes Leinendeck zu gehen.

Gedankenverloren die Festmacher aufzuschießen,

die Segel klarieren, den Niedergang zu schließen.

Das Boot verholen, Gedanken zu zerstreuen,

den Bug im Wind legen, neu zu vertäuen.

 

Die Schoten klarieren, den Niederholer strecken,

das Großsegel setzen, zum Masttop aufrecken.

Die Fockschot einpicken, das Vorsegel setzen,

den Bug abdrücken, den Rumpf nicht verletzen.

Die Pinne erfassen, den Kurs vorzugeben,

das Schiff gleitet seewärts, so läßt es sich leben. 

 

Dieses war mein Traum, ich hab´s gerne gemacht,

hab mit der ILLAYA die schönsten Reisen vollbracht.

Habe Stunde um Stunde mein Schiff gefahren,

habe es verstehen gelernt in all diesen Jahren.

Vor Anker haben wir viele Nächte gelegen,

geschützt vor manch Wetter auf unseren Wegen.

 

Nie verspürte ich ein Gefühl von Unsicherheit,

ich fühlte mich eher von Belastung befreit.

Nie habe ich den Respekt vor der Natur verloren,

stet´s guter Seemannschaft hatte ich mich verschworen.

Deswegen wurde es Zeit mein Schiff abzugeben,

ich werde es lernen, auch ohne zu segeln leben.

 

Ich habe mich von großer Verantwortung befreit,

jetzt kommt etwas neues, ich bin bereit.

 

 

 

 

Nachtsegeln

 

 

Hart der Wind und fest das Steuer,

leuchtend silbergrün die See,

über mir der Sterne Feuer,

aus der Muck schmeckt Köm mit Tee.

 

Aus dunkler Nacht zu segeln in den Tag,

ich jubilier und freue mich darauf,

noch ne´ halbe Stunde frieren,

dann geht warm die Sonne auf.